Kurze Analyse 2017

Auch das Jahr 2017 brachte uns in vieler Hinsicht einige Wetterrekorde. Auch hier stellt sich wieder die Frage, ob sich dahinter der Klimawandel versteckt, oder nicht ?

Diese Frage kann uns zur Zeit keiner so richtig beantworten.

Wir können in diesem Jahr nur 1089 Stunden Sonnenschein vorweisen. Leider einer der ersten Rekorde im Jahr 2017. (Jahresmittelwert liegt bei 1440 Stunden.) Der Dezember '17, mit 6,24 Stunden Sonne ist seit 1991 der niedrigste Wert in diesem Monat. Leider auch nur 67 Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad. (Sehr niedriger Stand seit Aufzeichnung).
Mit 867 Liter Niederschlag bewegen wir uns so langsam wieder in Richtung Mittelwert. (Jahresmittelwert 882 Liter.)
Es war ein sehr windiges Jahr mit 1997,6 km/24 im Bodennähe.

Zum Jahresanfang zeigte sich der Winter in den Monaten Januar normal und im Februar relativ mild und sehr Schneearm. Es fielen gerade einmal ca. 25 cm Schnee. Die kälteste Temperatur am Boden wurde mit minus 15,7 Grad gemessen. Es fehlten in diesen beiden Monaten schon erheblich die Niederschläge. Auch die Sonne ließ sich gerade mal 80 Stunden blicken.

Der Frühling war sehr trocken. Die Sonnenscheindauer war mit insgesamt 410 Stunden, ca. 60 Stunden Sonne unter dem Mittelwert (470 Std.), bei fast normalen Temperaturen. Das Frühjahr zeigte sich im Juni mit einigen kleinen Gewittern

Der Sommer zeigte sich teilweise unter den Daten der jährlichen Mittelwerte!!

Er war mit fehlenden ca. 110 Stunden Sonne unter dem Mittelwert (530 im Mittel). Der Sommer zeigte sich sehr unbeständig mit gerade mal 52 Sommertagen über 25 Grad. Die Anzahl der Regentage lag mit 37 Tagen, 11 Tage unter dem Mittel. Es fielen in den drei Sommermonaten insgesamt ca. 370 (280 Mittelwert) Liter Wasser als Niederschlag in Badenhausen. (Fast 180 Liter mehr als im letzten Sommer und fast 100 Liter über dem Mittelwert !!) Die Niederschläge in diesem Gesamtjahr liegen zur Zeit somit nicht mehr so weit unter dem Mittel.

Dafür gab es einige zum Teil kräftige Gewitter. Der August mit 205 Liter Niederschlag zeigte sich hier sehr weit vorn.

Der Herbst 2017 war relativ unbeständig. Das Laub fiel erst sehr spät. Dafür aber die Bäume im Oberharz. Mit einer Sturmspitze von 103 km/h am 29. Oktober. Die Niederschläge hielten sich mit 250 Liter über dem Mittelwert. An 60 Tagen hat es geregnet. Auch die Talsperren erholten sich noch mehr vom Niedrigwasser. Die Sonnenscheindauer hielt sich in den drei Monaten sehr in Grenzen. Der Mittelwert liegt im Herbst bei ca. 280 Stunden. Dieser Herbst brachte auf gerade mal 155 Stunden Sonne. Schnee gab es im Herbst dafür nicht.

Ein Dezember mit 35 cm gefallenen Schnee war seit langem mal wieder eine Ausnahme und nur 6,7 Stunden Sonnenschein. Der kälteste Tag mit minus 3 Grad war nicht gerade kalt. Der Niederschlag mit 55 Liter lag leicht unter dem Mittelwert.

Das Jahr 2017 hat uns gezeigt, dass wir in diesem Jahr fast im Temperaturmittel lagen. Seit längerer Zeit wird beobachtet, dass sich immer länger andauernde Großwetterlagen bilden, was heißen soll, dass Großwetterlagen nicht nur 7-14 Tage anhalten können, sondern Wochen, sogar Monate andauern werden.

Dazu gehört nicht nur eine Hochdrucklage im Sommer mit Wärme, Trockenheit und viel Sonne, ebenso kann im Winterhalbjahr eine Westströmung mit milder und feuchter Luft entstehen und für drei Monate das Wetter bestimmen.
Siehe die letzten Winter.
Bleiben wir bei dieser Erhaltungsneigung, dann werden die laufende Winter recht mild mit viel Niederschlägen, die natürlich auch mal als Schnee fallen werden.

Nach den neuesten Zirkulationsmustern werden wir uns bei den nächsten Wintern öfter in einer Erhaltungsneigung befinden, was heißen soll, dass wir nicht mit einem "sibirischen Winter" rechnen müssen.
In Anbetracht der wenigen Niederschläge der letzten Jahre und der damit verbundenen niedrigen Wasserständen Jahre sollten wir die zu erwartenden Niederschläge im Winter also willkommen heißen.
Das ist natürlich nicht im Sinne der Wintersportler.

Sollte es zu einer unerwarteten nord-ost Strömung mit viel Kälte und einzelnen Schneefällen kommen, könnte es in den Monaten Januar und Februar aufgrund der Erhaltungsneigung und der wenigen Niederschläge zu Problemen des Grundwassers, sprich unserer Wasserversorgung kommen. Seit 2015 fehlten uns noch ca. 400 Liter Niederschlag um den Jahresmittelwert zu erreichen.
Dieser Mittelwert fällt ebenfalls von Jahr zu Jahr um ca. 50 Liter. (Auf 10 Jahre berechnet.)

In den Medien wird oft das El Niño Phänomen angesprochen. Hierzu sollte man aber wissen, dass wir in unserer Region im Winterhalbjahr schon betroffen sein können, aber einen sehr großen Einfluss auf unser Winterwetter hat dieses Phänomen eigentlich nicht. Die Südhalbkugel ist hier schon erheblicher betroffen. Dürre und schwerste Unwetter mit weltwirtschaftlichen Folgen.

Auch im Sommer brauchen wir uns keine großen Sorgen aufgrund des o.g. Phänomens zu machen. Wir verbleiben weiterhin in einer gemäßigten Zone. Auch wenn die Niederschläge zur Zeit recht mickrig sind.

© Wetterstation Badenhausen